Ausgeschlossen zu werden, kann für Kinder und Jugendliche sehr belastend sein. Ob auf dem Schulhof, im Sportverein, in der Berufsschule oder während der Ausbildung. Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kann das Selbstbewusstsein beeinträchtigen und langfristig Auswirkungen auf das soziale Verhalten und die persönliche Entwicklung haben. Erwachsene spielen deshalb eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Ausgrenzung frühzeitig wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren.
Besonders schwierig ist, dass Ausgrenzung nicht immer offensichtlich geschieht. Während körperliche oder offene verbale Angriffe häufig schnell auffallen, können sich soziale Ausgrenzung und Ablehnung schleichend entwickeln. Betroffene werden nicht eingeladen, bei Gruppenarbeiten übergangen oder aus Gesprächen ausgeschlossen. Gerade Jugendliche sprechen darüber oftmals nicht von selbst.
Ausgrenzung frühzeitig erkennen
Nicht jede Meinungsverschiedenheit und nicht jeder Konflikt bedeutet automatisch, dass ein Kind oder Jugendlicher ausgegrenzt wird. Erwachsene sollten deshalb genau beobachten, ob sich bestimmte Situationen regelmäßig wiederholen.
Mögliche Hinweise können sein, dass sich ein Kind plötzlich zurückzieht, nicht mehr gerne zur Schule geht oder bisher gern besuchte Aktivitäten vermeiden möchte. Bei Jugendlichen können Veränderungen ebenfalls deutlich werden. Die Motivation sinkt, Fehlzeiten nehmen zu oder der Jugendliche spricht auffällig negativ über die Schule, den Ausbildungsbetrieb oder bestimmte Personen.
Entscheidend ist es, solche Veränderungen ernst zu nehmen, ohne vorschnell Schlussfolgerungen zu ziehen. Ein ruhiges Gespräch kann helfen herauszufinden, was tatsächlich passiert.
Zuhören, ohne sofort Lösungen vorzugeben
Erfahren Erwachsene von einer Ausgrenzungssituation, möchten sie häufig unmittelbar handeln. Für Betroffene ist jedoch zunächst etwas anderes wichtig. Sie möchten ernst genommen und gehört werden.
Aussagen wie „Ignorier das einfach“ oder „Das wird schon wieder“ können dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche mit ihren Erfahrungen nicht verstanden fühlen. Sinnvoller ist es, aufmerksam zuzuhören und gemeinsam herauszufinden, welche Unterstützung gewünscht oder notwendig ist.
Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass Jugendliche gerade im Übergang zum Erwachsenenleben häufig selbst entscheiden möchten, wie mit einer Situation umgegangen wird. Unterstützung sollte deshalb möglichst gemeinsam mit ihnen geplant werden.
Ausgrenzung im Ausbildungsbetrieb
Mit dem Beginn einer Ausbildung verändert sich das soziale Umfeld erheblich. Junge Menschen arbeiten plötzlich mit Erwachsenen zusammen, müssen sich in bestehende Teams integrieren und gleichzeitig zahlreiche neue Aufgaben und Erwartungen bewältigen.
Gerade in dieser Phase kann Ausgrenzung besonders belastend sein. Ein Azubi wird beispielsweise nicht in Pausengespräche einbezogen, erhält wichtige Informationen später als andere oder wird regelmäßig mit abwertenden Kommentaren konfrontiert. Auch vermeintliche Scherze können problematisch werden, wenn sich diese dauerhaft gegen dieselbe Person richten.
Ausbilder und andere verantwortliche Personen im Betrieb sollten deshalb aufmerksam beobachten, wie neue Auszubildende aufgenommen werden. Ein gutes Betriebsklima entsteht nicht automatisch. Unternehmen können gezielt dafür sorgen, dass neue Mitarbeiter von Beginn an integriert werden.
Regelmäßige Gespräche mit Auszubildenden sind dabei besonders hilfreich. Sie ermöglichen es, Schwierigkeiten frühzeitig anzusprechen, bevor sich Konflikte oder Ausgrenzung verfestigen.
Selbstvertrauen der Betroffenen stärken
Erwachsene können nicht jede schwierige soziale Situation verhindern. Sie können jedoch dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit Konflikten umzugehen und Unterstützung einzufordern.
Dabei hilft es, ihre Stärken wahrzunehmen und ihnen Möglichkeiten zu geben, positive Erfahrungen innerhalb anderer Gruppen zu sammeln.
Gerade bei Auszubildenden kann es wichtig sein zu vermitteln, dass Schwierigkeiten innerhalb eines Teams nicht automatisch bedeuten, dass sie für den Beruf ungeeignet sind. Ein negatives soziales Umfeld sollte nicht dazu führen, dass Jugendliche grundsätzlich an den eigenen Fähigkeiten zweifeln.
P-J GmbH Witten: Informationen und Ratgeber für den Alltag
Die P-J GmbH Witten beschäftigt sich in ihren Ratgebern regelmäßig mit Themen rund um Kinder, Jugendliche, Schule, Ausbildung und gesellschaftliche Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem Mobbingprävention, Konfliktlösung, Kommunikation, Jugendgewalt sowie der Umgang mit schwierigen Situationen im schulischen und beruflichen Alltag.
Mit den kostenlosen Informationsmaterialien der P-J GmbH erhalten Eltern, Schulen, Ausbildungsbetriebe und weitere Bezugspersonen Anregungen, wie junge Menschen unterstützt und für wichtige gesellschaftliche Themen sensibilisiert werden können. Ziel ist es, Wissen verständlich zu vermitteln und damit einen Beitrag zu einem respektvollen und unterstützenden Umgang miteinander zu leisten.